Komödie nach Heinrich von Kleist | Fassung von Axel Weidemann

Amphitryon


INHALT

Gähnende Langeweile plagt die Götter im Olymp. Kurzerhand steigt Jupiter, der Göttervater, mit seinem Diener Merkur hinab zur Erde. Um eine aufregende Liebesnacht mit der schönen Alkmene zu verbringen, nimmt er die Gestalt ihres Gatten Amphitryon an. Als am nächsten Morgen der echte Amphitryon erscheint, erfährt er von der völlig überraschten Alkmene, was er letzte Nacht so alles im Schlafgemach angestellt haben soll. Damit beginnt ein rasantes Spiel voller Verwechslungen und Verwirrungen – und im zunehmenden Tumult stellt sich die Frage: „Wer sagt hier die Wahrheit?“

Dass sich Jupiters Diener Merkur zu allem Überfluss in Amphitryons naiven Diener Sosias verwandelt hat, macht das Chaos perfekt. Merkur nämlich lässt die Frau seines Doppelgängers flegelhaft abblitzen. Ausbaden muss den Zorn der fuchsteufelswilden Gattin dann der arme echte Sosias.

Und es bleibt nicht bei dem einen Besuch der Götter... Zwei Doppelgängerpaare und zwei an der Nase herumgeführte Gattinnen – das sind die Zutaten für einen turbulenten Komödienspaß. Götter und Menschen – jeder zweifelt irgendwann an seinem Verstand. Ein „Who is Who“ der ganz besonderen Art, in der wundervollen, pointierten Sprache von Heinrich von Kleist.

Amphitryon Foto: Frank Wunderratsch

DAS STÜCK

Der Amphitryon-Stoff basiert auf dem Mythos der Zeugung des Gottes Herakles. In der Antike, von Dichtern wie Sophokles oder Euripides zunächst nur als Tragödie behandelt, schrieb der römische Dramatiker Plautus die erste Amphitryon-Komödie.

Es folgten durch die Jahrhunderte hinweg zahlreiche weitere Bearbeitungen. Bis heute durchsetzen konnte sich die Version des französischen Dichters Molière. Sein „Amphitryon“ ist eine Gesellschaftskomödie und bezieht sich unübersehbar auf das ausschweifende Leben König Louis XIV. und seinen leichtlebigen Hofstaat. „Ein Lustspiel nach Molière“ benennt Kleist seinen „Amphitryon“ im Untertitel und bleibt auch über weite Passagen sehr nah an Molières Vorlage. Kleist hat aber durch seine Veränderungen und Ergänzungen ein neues, eigenständiges und weitaus tiefgründigeres Werk geschaffen. „Amphitryon“ ist das einzige Drama, das zu Kleists Lebzeiten gedruckt erschien (1807). Die Uraufführung fand erst 92 Jahre später, nämlich 1899 in Berlin, statt.

Extra für die Rosenberg Festspiele Kronach hat Axel Weidemann eine Fassung geschrieben, die Kleists Lustspiel zur Grundlage nimmt. Hinzu kommt ein an Molière angelehnter Prolog, hier und da ein paar moderne, sprachliche Seitenhiebe (ganz im kleistschen Sinne natürlich), und auch das antike Ende wird großzügig auslegt. Lassen Sie sich überraschen!

Inszenierung: Axel Weidemann

 

Termine:

Mittwoch 17.07.2019 20.00 Uhr
Samstag 20.07.2019 20.30 Uhr
Donnerstag 25.07.2019 20.30 Uhr
Freitag 02.08.2019 20.30 Uhr
Samstag 03.08.2019 20.30 Uhr
Donnerstag 08.08.2019 20.30 Uhr
Freitag 09.08.2019 20.30 Uhr

 

Besetzung:

Inszenierung
Axel Weidemann
Jupiter Gregor Nöllen
Merkur Gabriel Stohler Mauch
Amphitryon Dennis Pfuhl
Sosias Tom Ohnerast
Alkmene Stefanie Masnik
Charis Susanne Rösch
Die Göttin der Nacht Ida Ricupero
Ein oberster Ratsherr Frank Endrich
Eine oberste Ratsherrin Ida Ricupero
Ein oberster Feldherr Jürgen Malcher
Eine weibliche Gestalt Sophie Hopfenbeck


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