Pressemitteilungen rund um KTT

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Pressemitteilung Kronacher Kammertheatertage
Reineke Fuchs – ein Klassiker, aktueller denn je

Gleich am ersten Wochenende der Kronacher Kammertheatertage findet am Sonntag, 28.10.2018, um 18.00 Uhr die zweite Premiere statt. Gregor Nöllen, der im Sommer als energetischer Don Camillo über die Festspielwiese tobte, zeigt sich mit der halbszenischen Lesung von Goethes „Reineke Fuchs“ von einer ganz anderen Seite. Auch ihm haben wir eine Reihe von Fragen gestellt.

Goethes Reineke Fuchs – ein echter Klassiker der deutschen Literatur. Was macht für Dich den Reiz aus, diesen Text heute auf die Bühne zu bringen?
Gregor Nöllen: Die, ich möchte sagen, erschreckende Aktualität, welche diese Fabel immer noch hat. Die Geschichte selbst ist mehr als tausend Jahre alt. Jahrhunderte lang war sie Anlass, über die jeweils herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse und die sie Beherrschenden zu spotten. Das Lachen über auch uns allzu bekannte Widrigkeiten, der Spaß des Wiedererkennens, wirkt befreiend. Goethe schließt seinen „Reineke“ mit: „so ist es und so wird es bleiben“. Das macht in Bezug auf die Welt nicht froher, aber es lindert die Schmerzen. Wer hierbei an heutiges (politisches) Kabarett denkt, liegt sicherlich nicht verkehrt.

Du selbst hast ja Goethes Text bearbeitet. Worauf hast du bei der Textbearbeitung besonders geachtet? Was war Dir wichtig?
Nöllen: Um Gottes willen! Ich habe Goethes kongenialen Text nicht bearbeitet. Ich habe mir erlaubt, seinen  „Reineke Fuchs“ auf einen ca. 90-minütigen Theaterabend zu kürzen. Dabei war es mir wichtig, die Geschichte um den Betrüger, Lügner, Dieb, Heuchler, Verführer und, ja auch, Mörder so stringent wie möglich zu erzählen. Goethe schmückt seine Kriminalstory mit reichlich Nebenerzählungen und -figuren aus. Wollte man das komplett auf die Bühne bringen, müsste man sicherlich vier bis fünf Stunden ansetzen. Das hätte natürlich auch seinen Reiz, wäre dann aber Stoff für einen anderen/weiteren Theaterabend sein.

Nun wirst Du an den beiden Abenden den Reineke Fuchs in einer halbszenischen Lesung vortragen. Was erwartet da die Zuschauer genau?
Nöllen: Gemeinhin sitzt bei einer Lesung jemand vorn an einem Tischchen, auf dem etwas zu trinken steht und liest vor. Da ist das Publikum mehr Zuhörer als Zuschauer und hat eher ein rein intellektuelles Vergnügen. Derzeit probiere ich noch sehr viel mit Gothes Text aus, um herauszufinden, wie weit und an welchen Stellen man in diesem Rahmen einer Lesung, mit Tischchen und Getränk (*lacht*), die verschiedenen Figuren nicht nur sprachlich, sondern auch körperlich erlebbar machen kann. Wo und wann ist es sogar notwendig, schauspielerisch in eine Passage, eine Szene, einzusteigen, um den Charakter einer Figur so deutlich und plastisch wie möglich zu zeichnen? Schließlich ist für mich der reiche Humor, das große Augenzwinkern, eines der wesentlichen Merkmale, die Goethes „Reineke Fuchs“ auszeichnen.

Tiere mit menschlichen Eigenschaften…welche der Figuren im Reineke Fuchs ist denn Dir am Ähnlichsten? Verrätst du uns das?
Nöllen: Der Fuchs natürlich! (*lacht*) Nein, im Ernst, wenn das doch nur so einfach wäre...Durch die intensive Beschäftigung sind mir wirklich alle Figuren ans Herz gewachsen. Das zeichnet ja dieses großartige Werk aus. Goethe präsentiert ein so vielschichtiges Figuren-Ensemble, da finden sich in jedem einzelnen der Tiere Eigenschaften, in denen man sich wiedererkennt. Sei es die Bedachtsamkeit des Dachses, das Tolpatschige des Bären, die maßlose Wut des Wolfes, das Treuherzige des Hasen, auch die Gier des Löwen... Ach, ich bin sehr glücklich, sie alle versammelt zu finden und als Erzähler präsentieren zu dürfen.

Im Sommer warst Du Teil eines Ensembles auf der Festspielwiese. Bei KTT gehört Dir die Bühne ganz allein. Worauf freust Du Dich am meisten?
Nöllen: Einen Abend allein zu bestreiten, ist schon eine besondere Herausforderung, der ich mit dem gebotenen Respekt begegne. Ich freue mich, ins schöne Kronach zurück zu kehren, und all den Menschen wieder zu begegnen, denen ich mich im Sommer so verbunden gefühlt habe. Ich freue mich auf das großartige, so begeisterungsfähige Kronacher Publikum. Und ich freue mich darauf, meine beiden Kollegen bei ihren Soloabenden wieder zu treffen. Von dieser Stelle aus den Beiden jetzt schon ein kräftiges toi-toi-toi!

 

Pressemitteilung
Neu: Kammertheatertage Kronach: Auftakt mit „Mondscheintarif“


Die Rosenberg Festspiele starten Ende Oktober mit ihrem neuen Theaterformat, den Kammertheatertagen in der Alten Markthalle des Historischen Rathauses. Drei Schauspieler der diesjährigen Festspiele werden an neun Abenden im Oktober und November Solostücke auf die Bühne bringen. Die Gesamtleitung der Kammertheatertage hat Stefan Haufe, der künstlerische Leiter der Rosenberg Festspiele, inne, der auch die Regie des ersten Stückes „Mondscheintarif“ mit Susanne Rösch übernimmt. Aus diesem Anlass stellten wir den beiden einige Fragen:

Mondscheintarif – die erste Premiere des neuen Kronacher Theaterformats Kammertheatertage? Warum gerade dieses Stück, lieber Stefan Haufe?
Stefan Haufe: Der Erfolgsroman von Ildikó von Kürthy, 2001 auch verfilmt, handelt von einer 33-jährigen Frau, die auf den Anruf ihres Geliebten wartet. Eine Vorlage, wie geschaffen für unsere Schauspielerin Susanne Rösch, die bei den Rosenberg Festspielen schon als „Mirandolina“ oder in der Rolle der Gräfin in „Figaros Hochzeit“ begeistert hat. Susanne und ich waren uns schnell einig, dass wir dieses Stück zusammen machen wollen.

Wie gehst Du an die Inszenierung heran?
Haufe:
Wie bei jedem Theaterstück wird erstmal ausführlich gemeinsam gelesen. Wir kürzen bei Bedarf den Originaltext, schauen, wo wir die Schwerpunkte und wichtigen Charakterzüge der Figur „Cora Hübsch“ finden. Auch die Aktualität einzelner Passagen wird geprüft. Das Stück funktioniert z.B. nur in der Vor-Handy-Ära, als wir noch einen Anrufbeantworter am Telefon hatten. Ich staune, dass das erst 20 Jahre her ist (lacht).

Wie ist der momentane Probenstand?
Haufe:
Im Moment stehen wir noch am Anfang und suchen den Rhythmus. Wieviel läuft nur über den Text, wieviel wird „gespielt“, wo liegen die Pausen? So bekommen wir einen ersten Eindruck, wie lange das Stück werden wird. Ein Abend, der nur von einer Person getragen wird, ist dabei eine ganz besondere Herausforderung.

Auf was kann sich das Kronacher Publikum bei diesem Stück besonders freuen?
Haufe:
Auf eine spannende und unterhaltsame Theaterform. Ein Monolog-Abend reicht ja schon nahe an die sehr populäre Form der Stand-Up-Comedy heran. Dabei wird allerdings nicht nur von Sketch zu Sketch gesprungen, sondern eine runde Geschichte erzählt. Bei „Mondscheintarif“ kommen sicher alle Fans der Bridget-Jones-Filme bzw. -Bücher auf ihre Kosten.

Wieder in Kronach, liebe Susanne Rösch, diesmal mit einem Ein-Personen-Stück – das ist schon etwas Besonderes, oder?
Susanne Rösch:
Wieder in Kronach zu sein, das an sich ist schon mal toll, und dieses Mal im Herbst. Ich freue mich, die Stadt also einmal in einem anderen „Kleid“ kennenzulernen. Ein Solo zu machen, ist dabei tatsächlich etwas ganz Spezielles, und ich bin sehr froh, dass mich Stefan Haufe gefragt hat.

Hast du andernorts schon einmal ein Ein-Personen-Stück gespielt?
Rösch:
Ich habe 2012 in Quedlinburg alleine einen Abend über Mascha Kaléko gespielt, allerdings war dies halb Lesung, halb Spiel. Insofern ist Mondscheintarif eine größere, auch textlich viel größere Herausforderung.

Was macht für Dich den Reiz der Rolle aus?

Rösch: Cora Hübsch ist eine Frau, die mich sehr an Bridget Jones erinnert und mir sehr, sehr sympathisch ist. Eine leicht chaotische, aber liebenswerte und nicht unintelligente Frau. Ich denke, ich werde viel Spaß mit dieser Rolle haben.

 

Neu in Kronach: KTT - KammerTheaterTage

Vor wenigen Wochen sind die Rosenberg Festspiele 2018 unter großem Applaus zu Ende gegangen. Mit dem Kinderstück „Der Räuber Hotzenplotz“ und den beiden Komödien „Don Camillo und Peppone“ sowie „Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit“ hat das Freilichttheater der Stadt Kronach genau ins Schwarze getroffen, was sich nicht zuletzt in weiter steigenden Besucherzahlen zeigte. Alle dienjenigen, die nicht bis zum nächsten Theater-Sommer warten möchten und das Festspielensemble lieb gewonnen haben, können in diesem Jahr erstmals die Festspiele im kleinen Format erleben, und zwar im Rahmen der neu begründeten Kammertheatertage (KTT) in der Alten Markthalle des Historischen Rathauses. An drei Wochenenden zeigen drei Mitglieder des Ensembles 2018 in jeweils drei Solostücken ihr Können. Los geht es mit der Premiere des Stückes „Mondscheintarif“ in der Regie von Stefan Haufe. Schauspielerin Susanne Rösch, die 2017 wunderbar resolut und energetisch die Titelrolle in „Mirandolina“ von Carlo Goldoni gespielt hat, durchleidet in der Rolle der Cora Hübsch einen Abend lang Höllenqualen, denn: Daniel, der Mann ihrer Träume ruft einfach nicht an. Mit der Frage, ob Mann und Frau überhaupt zusammenpassen und mit den Problemen, die sich zwangsläufig im Alltag einer Ehe einstellen, beschäftigt sich auf komödiantische Weise Lutz Leyh an zwei Abenden der Kammertheatertage. Unter dem Motto „War das jetzt schon Sex?“ schlüpft er in die Rolle eines geplagten Ehemannes, der nun, da seine Frau ihn verlassen hat, Zeit und Muße findet, seine – nämlich die männliche – Sicht der Dinge darzulegen. Leyh, der als Graf in „Der tolle Tag oder die Hochzeit des Figaros“ bereits auf köstliche Weise den Wirkmächten der Liebe ausgesetzt war, verspricht Theatervergnügen pur. Abgerundet wird das Programm des neuen Theaterformats durch eine Klassikerlesung mit Gregor Nöllen, der im Sommer als dynamisch-resoluter Don Camillo über die Bühne gefegt ist. Mit Goethes „Reinecke Fuchs“ zeigt der Schauspieler aus Eisenach seinem Kronacher Publikum eine ganz andere Seite. Virtuos entführt er seine Zuhörer in die Welt einer tierischen Komödie, die eigentlich eine menschliche Tragödie abbildet.

Tickets für die Kammertheatertage: Tourist-Information Kronach, Marktplatz 5, 96317 Kronach, Tel. 0926197236, touristinfostadt-kronach.de
Termine und Preise: siehe Programm in der Anlage

Vor wenigen Wochen sind die Rosenberg Festspiele 2018 unter großem Applaus zu Ende gegangen. Mit dem Kinderstück „Der Räuber Hotzenplotz“ und den beiden Komödien „Don Camillo und Peppone“ sowie „Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit“ hat das Freilichttheater der Stadt Kronach genau ins Schwarze getroffen, was sich nicht zuletzt in weiter steigenden Besucherzahlen zeigte. Alle dienjenigen, die nicht bis zum nächsten Theater-Sommer warten möchten und das Festspielensemble lieb gewonnen haben, können in diesem Jahr erstmals die Festspiele im kleinen Format erleben, und zwar im Rahmen der neu begründeten Kammertheatertage (KTT) in der Alten Markthalle des Historischen Rathauses. An drei Wochenenden zeigen drei Mitglieder des Ensembles 2018 in jeweils drei Solostücken ihr Können. Los geht es mit der Premiere des Stückes „Mondscheintarif“ in der Regie von Stefan Haufe. Schauspielerin Susanne Rösch, die 2017 wunderbar resolut und energetisch die Titelrolle in „Mirandolina“ von Carlo Goldoni gespielt hat, durchleidet in der Rolle der Cora Hübsch einen Abend lang Höllenqualen, denn: Daniel, der Mann ihrer Träume ruft einfach nicht an. Mit der Frage, ob Mann und Frau überhaupt zusammenpassen und mit den Problemen, die sich zwangsläufig im Alltag einer Ehe einstellen, beschäftigt sich auf komödiantische Weise Lutz Leyh an zwei Abenden der Kammertheatertage. Unter dem Motto „War das jetzt schon Sex?“ schlüpft er in die Rolle eines geplagten Ehemannes, der nun, da seine Frau ihn verlassen hat, Zeit und Muße findet, seine – nämlich die männliche – Sicht der Dinge darzulegen. Leyh, der als Graf in „Der tolle Tag oder die Hochzeit des Figaros“ bereits auf köstliche Weise den Wirkmächten der Liebe ausgesetzt war, verspricht Theatervergnügen pur. Abgerundet wird das Programm des neuen Theaterformats durch eine Klassikerlesung mit Gregor Nöllen, der im Sommer als dynamisch-resoluter Don Camillo über die Bühne gefegt ist. Mit Goethes „Reinecke Fuchs“ zeigt der Schauspieler aus Eisenach seinem Kronacher Publikum eine ganz andere Seite. Virtuos entführt er seine Zuhörer in die Welt einer tierischen Komödie, die eigentlich eine menschliche Tragödie abbildet.

Tickets für die Kammertheatertage: Tourist-Information Kronach, Marktplatz 5, 96317 Kronach, Tel. 0926197236, touristinfo@stadt-kronach.de

Hier finden Sie den kompletten Bericht nochmal als Download:  » Neu in Kronach - KTT - KammerTheaterTage.pdf